Ich habe den Eindruck, dass ich nun mal über ein Thema schreiben muss, dass mich immer wieder beschäftigt, da ich selber, d.h. meine Zucht davon betroffen ist. Es geht um HCM, eine Herzerkrankung bei den Katzen, die aber auch bei den Menschen und anderen Säugetieren bekannt ist.

Vor einigen Tagen fand eine Freundin von mir am Morgen, als sie aufstand, ihren jungen Kater tot am Boden. In der Nacht sei er noch auf ihrem Bett gewesen und habe ihre Nähe gesucht und einige Stunden später ist er tot. Wissen Sie, wie sich meine Freundin an diesem Morgen gefühlt haben muss? Was würde dies bei Ihnen auslösen? Der Kater wurde zur Autopsie gebracht und es stellte sich heraus, dass es HCM war.

Ich war sehr, sehr betroffen über dieser Geschichte und ich weiss, dass auch mir das eines Tages so ergehen wird mit Eliot und eventuell auch Nils. Dieser Gedanke macht mir angst und macht mich zugleich auch wütend. Angst, weil ich weiss, dass ich sehr schockiert sein werde weil ich meinen weissen Eisbär verloren habe und zutiefst traurig und wütend, da viele Züchter immer noch eine Vogel-Strauss-Politik diesem Thema gegenüber betreiben.

Was nun ist HCM genau? Sie finden unter den beiden Links sehr gute Erklärungen dazu:

Informationen zu HCM von Dr. Glaus, Uni Zürich

Informationen zu HCM der Uni München

Als bei meinem Eliot HCM festgestellt wurde, teilte ich dies dem Züchter und den Besitzern von seinen Eltern mit. Keine Reaktion und wenn eine kam, hiess es, es sei ihnen völlig unbekannt. Lange Zeit geschah nichts und in der Zwischenzeit wurde sein Vater als HCM-negativ im Alter von 7 Jahren getestet. Vermutlich muss es über die Linien von seiner Mutter kommen, leider kann die Mira nicht mehr getestet werden, da sie vor einiger Zeit an einem Hirntumor starb.

Hier in der Schweiz treffe ich auch sehr oft auf verschlossene Ohren und ich höre solche Aussagen wie:

- jede Katze stirbt mal

- die Untersuchungen sind zu wenig sicher

- Geldmacherei von den Tierärzten

- etc.

Es gibt in der Schweiz drei, vier gute Kardiologen, die diese Ultraschalls durchführen können und auf deren Ergebnisse man sich auch verlassen kann. Es ist aber so, dass man nie genau weiss, kann sich die Krankheit plötzlich noch zeigen. Man glaubte einige Zeit, dass es sich bei unseren Norwegischen Waldkatzen mit der Vererbung ähnlich ist wie bei den Maine Coon's, doch dies konnte nicht bestätigt werden. Es kann gut möglich sein, dass HCM rezessiv vererbt wird, dass es an gewissen Verpaarungen liegen kann oder es über Generationen hinaus versteckt weitergegeben wird.

Die einzige Möglichkeit, die wir Züchter haben, ist, dass wir unsere Zuchttiere testen lassen. Ich hoffe, dass wir mit den Ultraschalls über mehre Generationen wie auch den Forschungen die in den USA und neu auch in Dänemark betrieben werden, das heimtückische HCM in den Griff kriegen werden. Der idealste Zeitpunkt für die Schalluntersuchungen sind bei den Katern mit 2-jährig und bei Kätzinnen mit 3-jährig. Wenn sie dann als negativ geschallt werden besteht eine Sicherheit von 99%, dass sie frei bleiben werden. Jedoch sagen mir alle Kardiologen, dass meistens schon ab jährig festgestellt werden kann, ob eine Katze an HCM erkranken wird oder nicht und in diesem Zeitpunkt haben unsere Katzen normalerweise noch keine Nachkommen. Wir können in diesem Moment sagen, wir haben das Bestmöglichste getan!

Daher möchte ich jeden Norweger-Züchter aufrufen und ihn bitten, seine Tiere per Ultraschall untersuchen zu lassen, denn jeder hat Katzen in seinem Stammbaum, welche auf der so genannten Hotliste für HCM stehen (bei Fragen dürft ihr euch gerne an mich wenden). Ich habe auch vor jeder Untersuchung Angst: ist die Katze nun positiv oder nicht. Ich denke, bei den meisten ist es auch diese Angst, dass da plötzlich ein positives Resultat auftreten kann. Aber umso unverantwortlicher finde ich es, wenn einfach weitergezüchtet wird und diese Krankheit weitervererbt wird.

Wir haben Eliot's Blut in die USA geschickt, wo sie die DNA suchen, welche für die HCM verantwortlich ist. Wenn sie dieses Gen gefunden haben, wird es möglich sein, bei einer allfälligen Blutentnahme das Gen zu erkennen und dieses Kätzchen von der Zucht auszuschliessen. Doch dafür benötigt diese Foundation noch mehr Norwegische Waldkatzen, die positiv getestet wurden. Ihr findet den Link der Foundation gleich im Anschluss wie auch eine Auflistung, der bereits geschallten Katzen, welche stetig aufdatiert wird.

Bitte schliesst eure Augen nicht einfach davor, sondern gebt euch einen Ruck und vereinbart einen Termin in Bern (Dr. Lombard) oder Zürich (Dr. Glaus). Eure Fragen und Unsicherheiten werden euch dort kompetent beantwortet werden. Wendet euch bei bitte bei Fragen ausschliesslich an diese Spezialisten oder auch an betroffene Züchter. Gerade von Dr. Lombard aus Bern weiss ich, dass sie in letzter Zeit sehr viele Norwegische Waldkatzen zum Schallen hatten und immer noch haben. Sie sind bis zu zwei Monaten im Voraus ausgebucht. Ich bin so dankbar für jeden Züchter, welcher da eine Vorreiterrolle übernommen hat und seine Tiere schallen lässt und seine Zucht auch konsequent unter diesem Gesichtspunkt durchzieht! Lasst es bei euch nicht so weit kommen wie bei mir, dass zuerst eine Nucha daran erkranken muss, bevor ich erwacht bin!

Ich wünsche mir, dass solche schreckliche Erlebnisse, wie sie meine Freundin nun erlebt hat, nicht wieder vorkommen. Jede Katze stirbt mal, was ist das für eine Aussage?? Wie könnt ihr da offen den Besitzern von eurem Kätzchen gegenüberstehen, wenn ihr das im Hinterkopf habt??? Für die meisten Besitzer eures Kätzchen bedeutet sein kleiner Kobold sehr, sehr viel und ihr denkt euch nur: Jede Katze stirbt mal!!!

 

Projekt zur Suche des HCM-verursachenden Gen's

 

Liste der bereits auf HCM geschallten Norwegischen Waldkatzen

 

Wichtige Informationen rund um HCM und Zucht